Chronik

Der erste Versuch

Es war im Jahr 1826, als sich auch in Möggers einige kulturell aufgeschlossene Bauern erstmals mit Blasmusik befassten. Der Dorflehrer und Mesner Franz Fidel Haag gründete in diesem Jahr mit weiteren 15 Interessierten eine türkische Musikgesellschaft. Die ersten Mitglieder waren somit:

Michael Böhler, Fidel Fessler, Josef Anton Fessler, Raimund Fessler, Ferdinand Forster, Ignaz Gorbach, Franz Fidel Haag, Thomas Höfle, Andreas Lutz, Fidel Sinz, Hermann Spieler, Joh. Georg Wagner, Josef Wiedemann, Anton Wucher, Joh. Georg Zeh, Peter Zeh

Die Instrumente wurden von Kapellmeister Franz Fidel Haag selbst angefertigt, der wohl großes musikalisches Talent besaß, konnte er doch selbst auch alle spielen. Mit Einigkeit, Fleiß und Eifer entwickelte sich die Kapelle bald zu einer lebendigen Musik. Vor allem durch das Ausrücken zu kirchlichen Anlässen gewannen die Musiker seitens der anfangs recht kritischen Bevölkerung immer mehr an Beliebtheit. Im vierten Jahr ihres Bestehens wurde die Kapelle in die Nachbarpfarre nach Trögen eingeladen. In den Morgenstunden des verhängnisvollen 29.09.1830 marschierte die Gruppe von Möggers Richtung Pfänder zum Fest des Kirchenpatrons Sankt Michael. Nach dem Hochamt feierten, schmausten und tranken die Musiker bis in die Abendstunden. Einige konnten scheinbar die Kraft des Weines nicht ertragen, und es kam zu mündlichen Auseinandersetzungen, die leider bald in Tumult ausarteten. Im Eifer des Gefechts wurden die Instrumente als Waffen eingesetzt und mit wenigen Ausnahmen komplett zertrümmert. Diese "Tröger Schlacht" anno 1830 bedeutete einstweilen mangels spielbarer Instrumente das Aus für den jungen Verein.

 

 

Die Anfänge

Erst viele Jahre später wagten sich wieder einige mutige Männer an Instrumente. Für eine Faschingsveranstaltung stellte Friedrich Schneider erstmals wieder eine kleine Musikgruppe zusammen. Die Bevölkerung war von der Darbietung hellauf begeistert, und so beflügelt fassten einige Männer den Entschluss einen Musikverein zu gründen. Friedrich Schneider, der in der 59. Infanterieregimentskapelle seine Ausbildung genossen hatte, war ideal für das Amt des Kapellmeisters geeignet. Vorstand wurde Karl Kalb, der sich eifrig um die Beschaffung von Instrumenten kümmerte und sogar alle Nachbargemeinden bereiste um den 13 eifrigen Musikanten ausreichend Geräte zu beschaffen.

Am 20.09.1876 konnte der Verein zum ersten Mal ausrücken. Trotzfinanzieller Startschwierigkeiten konnte sich die Musik schon zwei Jahre später eine Fahne kaufen, die aber 1899 ersetzt werden musste.  Anlässlich der Weihe dieser neuen Fahne wurde am 17.09.1899 unter der Dorflinde das erste Vereinsfoto aufgenommen.

Bei der ersten offiziellen Mitgliederversammlung anlässlich des 25jährigen Bestehens erhielt der Verein im Jahr 1901 die dringend notwendig gewordenen Vereinsstatuten, und die noch aktiven Gründungsmitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. In den folgenden Jahren erblühte der Verein, gab neben den kirchlichen Verpflichtungen regelmäßig Konzerte und rückte mehrmals im Jahr bis weit über die Gemeindegrenzen aus. 

 

 

Die Weltkriege

Der 1. Weltkrieg riss naturgemäß große Lücken ins Vereinsleben. 1914 wurden zwar noch alle zur Pflicht gerufenen Männer mit Musik gebührend verabschiedet und auch 1915 fanden noch einige Ausrückungen innerhalb der Gemeinde statt, aber sonst wurde bis Kriegsende nur noch einmal gespielt. Dies war anlässlich der Primizfeier von Ulrich Haag aus Möggers, bei der aber zahlreiche Musikanten aus den Nachbargemeinden Eichenberg und Scheidegg aushelfen mussten.

Nach dem Krieg packte die Vereinsführung kräftig an, um den Verein wieder auf die Beine zu stellen. Bald nahm der Verein die gewohnten Aktivitäten wieder auf. Bereits am 31.12.1918 wurde wieder zur Neujahrsgratulation aufgespielt.  Es dauerte allerdings bis 1921 bis alle Musikanten wieder über eine halbwegs ansehnliche Uniform verfügen konnten. 1924 wurde zum ersten Mal auch ein Musikball abgehalten. Anlässlich des 50-Jahr Jubiläums fanden 1926 große Festlichkeiten statt. Der Musikverein begrüßte mit nigelnagelneuen Uniformen die Vereine der umliegenden Gemeinden, die zu Ehren der Jubilare mit klingendem Spiel durch das beflaggte Dorf marschierten. 1927 bekam der Verein bei der Sennerei Weienried, wo heute das Gemeindehaus steht, ein neues Probelokal und nahm zum erstem Mal an einem Wertungsspiel teil. Kapellmeister Georg Wucher trat mit seiner Kompanie in der Anfängerstufe an und erreichte auf Anhieb einen 1. Preis! 1932 trat der Verein dem Vorarlberger Harmoniebund bei.

Den Höhepunkt dieser Zeit stellt wohl die 1934 gemeinsam mit dem Kriegerverein angetretene Fahrt nach Wien dar. Anlässlich der Einweihung des österreichischen Heldendenkmals stattete der Musikverein Möggers erstmals der Bundeshauptstadt einen Besuch ab.

Zum 60jährigen Jubiläum 1936 wurde zwar kein Fest organisiert, der Verein zeigt sich natürlich trotzdem von seiner besten Seite.

Auch der 2. Weltkrieg ging nicht spurlos am Musikverein Möggers vorbei. Wieder war es den Daheimgeblieben kaum möglich, die Termine innerhalb der Gemeinde wahrzunehmen und die Gefallenen ehrenhaft zur letzten  Ruhe zu geleiten. 

 

 

Nachkriegszeit

Am 19.05.1946 versammelte sich der Verein erstmals nach dem Krieg wieder zu einer Besprechung, es galt die stark gelichteten Reihen nach zu besetzen. Mit 7 neuen Mitgliedern konnten 1947 die Aktivitäten wieder voll aufgenommen werden.

1950 wurden für die inzwischen wieder auf 20 Musikanten angewachsene Schar neue Uniformen angeschafft, hauptsächlich waren diese durch Spenden finanziert. Auf diese Anschaffung trotz aller finanzieller Schwierigkeiten sind alle sichtlich stolz!

1951 lädt der Musikverein Möggers zu seinem 75jährigen Jubiläum wieder zahlreiche befreundete Kapellen ein. Insgesamt versammeln sich am 15.07.1951 über 2000 Musikanten und Gratulanten auf dem wunderschön gelegenen Festplatz im Dorf.

Die zwar relativ neuen aber schwer in Mitleidenschaft gezogenen Uniformen mussten 1961 abermals ersetzt werden. Auf diesem Bild wurde der neue Look würdig verewigt. 

Mit dem Stück "Festliches Vorspiel" erreichten die Musikanten am 11.07.1965 beim Wertungsspiel im Rahmen des Musikfestes in Weiler wieder einen 1. Rang. Im selben Jahr nahm der Verein zu erstem Mal auch an einem Marschmusikwettbewerb teil und erreichte in Höchst einen 2. Rang. 1968 durfte der Musikverein dem ersten und bisher einzigen Staatsmeister aus Möggers musikalisch gratulieren. Peter Gmeiner, der Sohn vom Senn im Dorf, hatte sich nach hartem Kampf diesen Titel im Judo errungen. Etwa zur selben Zeit wurde das Probelokal von der Sennerei Weienried in das alte Schulhäuschen nach Rucksteig verlegt.

1971 wurde der Verein neuer eingekleidet und zwar in der Leiblachtaler Tracht, in der wir uns heute noch gerne präsentieren. Seit diesem Jahr zieren auch zwei Marketenderinnen unsere Reihen, als erste waren dies Marlies Wucher und Betty Fessler.

Seit 1973 haben wir in der Musikkapelle aus Deilingen-Delkhofen einen Partnerverein gefunden. Die freundschaftlichen Bande wurden bei unserem Ausflug 2003, der uns zum Musikfest nach Deilingen führte, gerade wieder erneuert. Die ersten weiblichen Musikanten (Sylvia Rädler und Karin Schneider) traten 1974 dem Musikverein bei, der in diesem Jahr durch insgesamt sechs neue Musikanten gehörig vergrößert wurde.

Etwa zu derselben Zeit knüpften wir auch unsere ersten Kontakte nach Wickrathhahn und der dort ansässigen Schützenbrüderschaft. Wickrathhahn liegt bei Mönchen-Gladbach und aufgrund dieser großen Entfernung konnten leider nicht alle mitkommen, als wir 1976 zum Schützenfest dorthin eingeladen wurden. So kamen auch einige aushelfende Musikanten aus den benachbarten Gemeinden in den Genuss dieser erlebnisreichen Fahrt.

 

www.musikverein-moeggers.at